Riffgat geht mit 100 Mio. Euro Mehrkosten für Verbraucher ans Netz!

Riffgat geht mit 100 Mio. Euro Mehrkosten Die schon für Ende 2012 geplante Fertigstellung des Windparks Riffgat könnte nun nach langer Verzögerung, mit der Inbetriebnahme des Windparks enden. Laut der Betreibergesellschaft EWE soll der Windpark ab kommender Woche erstmals Strom zum Festland liefern. Schon am 10. August 2013 wurde der Windpark feierlich eingeweiht. Leider führten zahllose Probleme beim Netzanschluss, welcher durch die Firma TenneT TSO realisiert werden sollte, zu einer massiven Verzögerung bei der Inbetriebnahme. Man rechnet damit, dass der Schaden durch diese Verzögerung sich auf ca. 100 Millionen € beläuft. Diese Summe wird größtenteils an den Endverbraucher des Stroms weitergegeben.

bauphase-Windpark-RiffgatDer Windpark Riffgat befindet sich etwa 18 km in nordwestlicher Richtung von der Insel Borkum entfernt. Mit einer Nennleistung von 108 MW ist der Windpark in der Lage bis zu 112.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Der Betreiber hat auf einer Fläche von 6 km² insgesamt 30 Windenergieanlagen vom Typ Siemens SWT-3.6-120 aufgestellt. Mit der Fertigstellung des Netzanschlusses am 12. Februar 2014 kann nun erstmals Strom in das Netz eingespeist werden.

Riffgat-100-Mio-MehrkostenZu den massiven Verzögerungen bei der Inbetriebnahme kam es dadurch, dass die Kabeltrasse von der Umspannplattform im Windpark zum Festland nach Hamswehrum durch ein Gebiet innerhalb der Nordsee führte, in welchem früher Munition und Kampfmittel verklappt wurden. Der niederländische Netzbetreiber TenneT TSO, welche den Netzanschluss realisierte, wirft dem Oldenburger Energie- und Telekommunikationskonzern EWE AG vor, die Trassenführung nicht sorgfältig genug geplant zu haben. Die Räumung der 30 Tonnen Munition, unter welcher sich auch Gasgranaten befanden, verzögerte den Ausbau der Stromtrasse nachhaltig. Die Netzanbindung hat eine Länge von insgesamt 80 km und sollte im März 2013 fertiggestellt sein.

{youtube}GWMeSRouTPw|480|270|1{/youtube}Zu der verspäteten Netzanbindung gab die Firma TenneT TSO bekannt: „Es ist zutiefst bedauerlich, dass die Planung der Seekabeltrassen durch den Windparkbetreiber letztlich zu hohen Mehrkosten geführt hat, die nun die Verbraucher werden tragen müssen.“

Seitens des Oldenburger Energie- und Telekommunikationskonzern EWE AG wird betont, dass der Firma TenneT TSO seit Langem bekannt war, dass die geplante Trassenführung durch ein Munitionsgebiet führt.

Positiv sei diesbezüglich anzumerken, dass nun zumindest ein Teil der in der Nordsee verklappten Kampfmittel beseitigt wurden und die Umweltbelastung, welche für die Kühlung und Bewegung der Windenergieanlagen notwendig war, gestoppt wurde. Monatlich wurden hierfür 22.000 Liter Diesel verbrannt.

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