Kompromiss im Solarstreit?

Nach neusten Informationen könnte sich eine Einigung im Solarstreit zwischen der EU und China abzeichnen.

Um den Handelskrieg abzuwehren laufen derzeit noch die Vehandlungen. Ein Kompromiss im Solarstreit rückt in greifbare Nähe!Noch immer konnte der aufkeimende Handelskrieg zwischen der Europäischen Union und China nicht beigelegt werden, doch nun bahnt sich ein Kompromiss zwischen den Wirtschaftsregionen an. Zuletzt verhängte die Europäische Kommission Mitte Juni Strafzölle auf chinesische Solarmodule in Höhe von 11,8 %, mit der Androhung diese ab Anfang August auf 47,8 % zu erhöhen.

 

Die chinesische Seite zeigt sich zu Zugeständnissen im Handelskrieg bereitIm Gegenzug reagierte die chinesische Regierung mit der Androhung von Strafzöllen auf Stahlrohre, Chemieprodukte und Wein. Ende letzter Woche verhängte die chinesische Regierung Strafzölle auf die Einfuhr von Polysilizium aus Südkorea und den USA.

Diese Woche weilte eine Handelsdeligation aus China in Brüssel, um dem aufkeimenden Handelskrieg beizulegen. Im Verlauf der Verhandlungen zwischen den Vertretern der Wirtschaftsregionen ging es um eine Preisobergrenze für Solarmodule und eine Begrenzung der Einfuhrmenge. Kompromiss im Handelsstreit in SichtNach unbestätigten Informationen konnten sich die Vertreter auf eine jährliche Quote für die Einfuhr chinesischer Solarmodule von 7 GW und auf einen Mindestpreis von 0,55 € pro Watt verständigen. Nach Überschreiten der zulässigen Handelsmengen sollen erneut Strafzölle erhoben werden. Noch sind die in Brüssel getroffenen Vereinbarungen nicht ratifiziert, dazu soll es in den nächsten Tagen eine Telefonkonferenz zwischen dem EU-Handelskommissar Karel De Gucht und dem chinesischen Handelsminister Gao geben.

Die EU plant, den Marktanteilen von chinesischen Solarmodulen langfristig auf 60 % zu verringern. Gegenüber den Vorjahren ist dies ein Rückgang von 20 %. Zuletzt betrug Einfuhrvolumen von chinesischen Solarmodulen und Zubehör innerhalb der Europäischen Union und 21 Milliarden €. Die Dumpingpreise von 0,38 € pro Watt, mit welchen chinesische Unternehmen den europäischen Markt überschwemmten, führten in der Vergangenheit zu zahlreichen Insolvenzen von europäischen Solarmodulherstellen.

 

Sollte es bis zum 6. August 2013 zu keiner Einigung zwischen den beiden Wirtschaftszonen kommen, könnte die chinesische Regierung auch Waren aus Europa mit massiven Zöllen belegen. Fraglich bleibt, ob sich europäische Hersteller von Solarmodulen langfristig gegen die chinesische Konkurrenz durchsetzen können, da diese mittlerweile auch auf dem Weltmarkt eine vorherrschende Position erreicht haben. Ebenfalls unklar ist, ob es langfristig möglich ist, die Überproduktion von Solarmodulen in den Griff zu bekommen. Auch interessant wäre, inwieweit europäische Hersteller ihre Marktposition in China ausbauen können, der gerade die Chinesen in den nächsten Jahren sehr stark in alternative Energiequellen investieren werden.

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