Energieeffizienz und Klimawandel

Wie aussichtsreich ist das erreichen der Klimaziele bis 2050?

Papierproduktion | Energieeffizienz und KlimawandelSchon heute spüren wir die ersten Auswirkungen der Klimaveränderung. Ein neuer Bericht von Forschern des Massachusetts Institute of Technology legt die begründete Vermutung nahe, dass die für 2050 geplante Halbierung der CO2-Emissionen äußerst unrealistisch ist. Die Forscher des MIT untersuchten Möglichkeiten zur Steigerung der energieeffizienten Herstellung der Materialien Stahl, Zement, Papier, Kunststoff und Aluminium.

Stahlproduktion | Energieeffizienz und KlimawandelDie Herstellung dieser Materialien erfordert derzeit rund die Hälfte der weltweit eingesetzten Energie und trägt zu mehr als der Hälfte aller Kohlendioxidemissionen bei. Trotz großer Fortschritte, die bei der Herstellung der Materialien innerhalb des Fertigungsprozesses erzielt wurden, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Steigung der Energieeffizienz einen thermodynamischen Grenzwert nicht übersteigen kann. Dies bedeutet, dass selbst der weltweite Einsatz neuester Fertigungstechnologien nicht ausreicht, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Zementproduktion | Energieeffizienz und KlimawandelZum gegenwärtigen Zeitpunkt gehen Ökonomen davon aus, dass sich die weltweite Nachfrage an den genannten Materialien gleichzeitig verdoppeln wird. Um die angestrebte Emissionsreduzierung bis 2050 zu erreichen, wäre es nötig den Energieverbrauch bei der Herstellung und 75 % zu reduzieren. Das Team von Wissenschaftlern angeführt von Student Sahil Sahni und Tim Gutowski, ein Professor für Maschinenbau am MIT, untersuchte diesbezüglich auch extreme Szenarien und stellte fest, dass sich der Energieverbrauch maximal um 50 % reduzieren lässt. Selbst die optimistischsten Szenarien erlauben es dem produzierenden Gewerbe nicht, die geplanten Klimaziele zu erreichen.

Aluminiumproduktion | Energieeffizienz und KlimawandelPrinzipiell steht dem auch noch im Wege, dass nicht alle Länder die neueste Technologie einsetzen können und die Weltbevölkerung stetig zunimmt. Das Team untersuchte ebenfalls die Möglichkeit, ob der Einsatz von Recycling den Energieverbrauch für die Herstellung der Materialien in dem Maße senken kann, um die 75%-Marke zu erreichen. Im Allgemeinen verbraucht der Recyclingprozess wesentlich weniger Energie und reduziert gleichzeitig die Schadstoffbelastung. Allerdings mussten die Wissenschaftler feststellen, dass es Grenzen bei der Versorgung mit den entsprechenden Wertstoffen gibt, insbesondere in Entwicklungsländern mit hohen Wachstumsraten. Als Ergebnis ihrer Untersuchung kam die Gruppe zu der Erkenntnis, dass das produzierende Gewerbe als Ganzes lediglich in der Lage wäre, den Energieverbrauch um 50 % zu reduzieren.

Betrachtet man die Ergebnisse der Untersuchung, wird klar, dass sich die Industrie bzw. das produzierende Gewerbe entschließen muss, nachhaltigere Produkte zu entwickeln. Als Konsument sollte man darauf achten, dass die Produkte möglichst energieeffizient hergestellt werden und eine hohe Lebensdauer haben. Insbesondere ist hier auch der Gesetzgeber gefordert, die Haltbarkeitsgarantien drastisch zu erhöhen. Wir fordern eine Mindesthaltbarkeit der in Deutschland verkauften Produkte von mindestens fünf Jahren. Inwieweit sich der Verbraucher entschließen kann, seine Wegwerfmentalität zu überwinden, wird letztlich über die Erreichbarkeit der Klimaziele entscheiden.

 
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