China verlagert Solarproduktion

Über 100 chinesische Solarunternehmen sind von den Handelshemmnissen der Europäischen Union betroffen.

Der Handelskrieg zwischen China und EU fürhrt zu einer Produktionsverlagerung!Nachdem die Europäische Kommission bekannt gegeben hat, Strafzölle auf chinesische Solarmodule zu erheben, planen einige der größten chinesischen Solarproduzenten ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Im momentanen Blickpunkt der Solarproduzenten stehen insbesondere Länder wie Südafrika, die Türkei, Taiwan, Malaysia, Thailand und auch Portugal.

Noch ist der Ausgang des Handelkriegs offen! Momentan belaufen sich die Strafzölle auf chinesische Solarmodule auf 11,8 % doch schon im August könnte sich dieser Satz verfünffachen. Die momentan durchgeführten Gespräche zwischen den Vertretern der chinesischen Regierung und der EU verliefen bisher ergebnislos. Aus diesem Grund rechnen nun einige der chinesischen Solarmodulproduzenten damit, dass die EU auch auf lange Sicht ihre Strafzölle aufrechterhalten könnte. Neben den Sanktionen der EU sind chinesische Solarmodulhersteller momentan auch von Handelshemmnissen der USA betroffen. Insofern liegt es nahe, ihre Produktion an andere Standorte zu verlagern. Laut Aussagen der Hersteller kommt es nicht allein auf niedrige Lohnkosten an, sondern vielmehr auf die Qualität der produzierten Waren. Schon heute erreichen chinesisch Produkte Weltmarktniveau. Noch profitieren die chinesischen Modul-Hersteller auch von einer sehr starken inländischen Nachfrage nach Solarprodukten. Man geht davon aus, dass in China ein Zubau von 10 GW Solarleistung in diesem Jahr zu erwarten ist. Für das nächste Jahr prognostizieren die Experten einen weiteren Zubau von 12 GW, dies sagte auch Vize-Präsident Rui Chunbao letzte Woche in einem Interview in München.

 

Ausgelöst wurde der Streit durch die staatlichen Subventionen Chinas auf Solarprodukte. Dies führte nicht nur zu einer massiven Überproduktion, sondern letztlich auch zu Dumping-Preisen auf dem Solarmarkt. Insbesondere in Deutschland mussten viele Solarmodulproduzenten aufgrund des immer stärkeren Preisdruckes Konkurs anmelden.

Momentan sieht es aus, als würde sich der Streit zwischen China und der Europäischen Union noch eine ganze Weile hinziehen. Erstmals in der Geschichte der beiden Wirtschaftszone ist es zu einer bilateralen Handelsauseinandersetzung gekommen. Keine der Seiten kann es sich leisten, bei dieser ersten Konfrontation sein Gesicht zu verlieren. Die Ausweitung auf andere Wirtschaftszweige könnte zu einer nachhaltigen Verschlechterung der Handelsbilanzen führen. In beiden Wirtschaftsregionen stehen Tausende von Arbeitsplätzen zur Disposition.

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EU-Strafzölle, Strafzölle für Solarmodule

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